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Jg. 52 – 2004 – Heft 2: Allgemeine Agrargeschichte

Editorial

Im Unterschied zu den vorangegangenen Heften, die sich mit speziellen Themenbereichen der Agrargeschichte und Agrarsoziologie befassten, ist die vorliegende Publikation ein normales Heft ohne Themenschwerpunkt. Der Aufsatzteil umfasst fünf Beiträge zu unterschiedlichen agrarhistorischen Themen vom Mittelalter bis zur Moderne.

Der Beitrag von Werner Rösener beschäftigt sich mit dem besonderen Zeitverständnis der Bauern in der vormodernen Gesellschaft und behandelt diese Thematik im Kontext der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Epoche.

Der dänische Agrarhistoriker Carsten Porskrog Rasmussen untersucht die Entstehung von Guts- und Herrschaftskomplexen äußerst unterschiedlicher Qualitäten im Herzogtum Schleswig im Verlauf der Frühen Neuzeit und bereichert damit die spannende Forschungsdiskussion der vergangenen Jahrzehnte über den Charakter der ostelbischen Gutsherrschaft um neue Akzente.

Marten Pelzer, ein Volkskundler aus der Schule von Günther Wiegelmann, widmet sich dem landwirtschaftlichen Vereinswesen des 19. Jahrhunderts und hinterfragt Bildungsanspruch und Alltagswirklichkeit von landwirtschaftlichen Vereinen im nordwestdeutschen Raum.

Der Beitrag des Historikers Martin Hille analysiert den Zusammenhang von regionaler politischer Kultur und dem Aufstieg der NSDAP in den ländlichen Hochburgen des Bayerischen Bauern- und Mittelstandsbundes (BBMB) am Beispiel des östlichen Niederbayern während der Weimarer Republik.

Franz Kromka, ein Agrarsoziologe, untersucht das Verhältnis der Landwirte zu ihrer Arbeit und gibt Antwort auf die interessante Frage, warum die Arbeitszufriedenheit der Landwirte trotz zunehmender Agrarprobleme besonders ausgeprägt ist.

Im Forumsteil des Heftes ist vor allem auf die Darstellung eines innovativen Göttinger Agrarprojekts und die Würdigung zum 100. Geburtstag von Wilhelm Abel, dem früheren Mitherausgeber dieser Zeitschrift, zu achten.

Barbara Krug-Richter Werner Rösener

 

Inhalt

Werner Rösener: Die Bauern und die Zeit – Anmerkungen zum bäuerlichen Zeitverständnis in der vormodernen Gesellschaft S.8

Carsten Porskrog Rasmussen: Ostelbische Gutsherrschaft und nordwestdeutsche Freiheit in einem Land – die Güter des Herzogtums Schleswig 1524-1770 S. 25

Marten Pelzer: “Was die Schule für das heranwachsende Geschlecht ist, das ist der landwirtschaftliche Verein für die älteren Landwirte …” Bildungsanspruch und -wirklichkeit landwirtschaftlicher Vereine im 19. Jahrhundert S. 41

Martin Hille: Bäuerlicher Radikalismus und Nationalsozialismus im östlichen Niederbayern 1924 bis 1933 S. 59

Franz Kromka: Das Flow-Erlebnis in der Landarbeit Warum Landwirte lieber und länger arbeiten als Nichtlandwirte S. 78

 

FORUM

Heide Inhetveen, Ira Spieker, Mathilde Schmitt, Ursula Schlude (Göttingen) Hat Agrarwissen ein Geschlecht? Göttinger Studien zur Agrarwissenschaftsgeschichte aus einer Gender and Science-Perspektive S. 103

Karl Heinrich Kaufhold: Wilhelm Abel zum 100. Geburtstag S,.104

Alois Seidl: Bericht über Vortragsveranstaltung und Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Agrargeschichte (GfA) am 18. Juni 2004 S. 109

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