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Tagung 2026

ANGST IN DER LÄNDLICHEN GESELLSCHAFT

Emotionale Erfahrung, Ausdruck und Bewältigung – von der Vormoderne bis zur Gegenwart

29. Juni – 1. Juli 2026
Deutsches Gartenbaumuseum Erfurt

Zum Thema

Die Tagung Angst in der ländlichen Gesellschaft widmet sich der historischen und interdisziplinären Erforschung von Angst als sozialer und kultureller Praxis im ländlichen Raum. Ausgangspunkt ist die emotionsgeschichtliche Perspektive, dass Emotionen nicht allein individuelle Erfahrungen darstellen, sondern gesellschaftliche Ordnungen prägen und historische Prozesse mitgestalten. Angst wird somit als kulturell erlernte, sozial geteilte und in Praktiken eingebettete Emotion verstanden, die Gemeinschaften strukturiert, Zukunftserwartungen formt und Handlungsweisen beeinflusst.

In diachroner Perspektive von der Vormoderne bis zur Gegenwart untersucht die Tagung sowohl die Gegenstände der Angst – etwa religiöse Bedrohungsvorstellungen, Naturkatastrophen, Krankheit oder wirtschaftliche Unsicherheit – als auch die Praktiken ihrer Bewältigung. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf sozialen Differenzierungen sowie auf Institutionen und Autoritäten, die Angst formen und regulieren.

Programm

Montag, 29.06.2026

Ab 13:00 Uhr: Ankommen und Kaffee/Snack

13:30: Begrüßung (Ulrike Richter & Verena Lehmbrock)

14:00 Uhr: Angst um Ressourcen / Umweltgeschichte (Moderation: Stefan Brakensiek)

Angst um Ressourcen? Emotionale Implikationen von Allmendnutzung und Weiderechtsstreitigkeiten im Spätmittelalter (Christian Stadelmaier, Gießen)

14:45 Uhr: Angst heute (Moderation: Gunter Mahlerwein)
Wenn der Wolf kommt. Der Umgang mit einer wiederkehrenden Bedrohung (Frank Rochow, Cottbus)

Kaffee/Snack

16:30-17:00 Uhr: Führung durch die Ausstellung Anaïs Tondeur „Chernobyl Herbarium“ (Sandra Mühlenberend)

[17:00 Uhr: Vorstandssitzung

17:30-19:00 Uhr: ZAA-Sitzung]

19:00 Uhr: Abendessen (selbstorganisiert)

 

Dienstag, 30.06.2026

10:00-12:00 Uhr: Frömmigkeit / religiöse Angstpraktiken (Moderation: Hans Kirchinger)
Zwischen Angst, Misstrauen und Widerstand: Die ländliche, katholische Bevölkerung Württembergs im Spannungsfeld aufklärerischer Reformpolitik (Amelie Bieg, Würzburg)

Kaffee/Snack

Eine neue grande peur? Ängste in der italienischen Campagna 1943–45  (Pascal Oswald, Universität des Saarlandes)

12:00-13:30 Uhr: Mittagessen im Restaurant Caponniere im egapark (16 EUR/Person, Referent:innen frei)

13:30-14:30 Uhr: Politisierung (Moderation: Anne Sophie Overkamp)
Neue Welt oder Weltuntergang? Angst um Eigentum, Freiheit und Leben unter Bauern in der UdSSR und Ostdeutschland, 1945–1953 (Alexander Gogun, Berlin)

Kaffee/Snack

14:30-16:30 Uhr: Somatisierung und Psychologisierung (Moderation: Verena Lehmbrock)
Nöte der Lust. Sexuell motivierte Ängste und Suizid in der Frühen Neuzeit (Johann Kichinger, Stuttgart)

Urban Readings of Rural Fear: Witchcraft and Psychiatry in Interwar Hungary (Gábor Csikós, Budapest)

Kaffee/Snack

16:30-17:30 Uhr: Mitgliederversammlung GfA

19 Uhr: Gemeinsames Abendessen im Restaurant Nerly, Marktstraße 6 (Selbstzahler)

 

Mittwoch, 1. Juli 2026

9-12 Uhr: Repräsentationen und Topoi der Angst (Moderation: Gunter Mahlerwein)
Die Thematisierung von Angst im spätmittelalterlichen Südostalpenraum – das Fallbeispiel Kärnten (Sebastian Hölbling, Klagenfurt/Kassel)

Angsträume und Raumkonstruktion: Bäuerliche Zeug*innenschaft bei Johann Weichard von Valvasor und Christian Lehmann (Karl Johann Scharpf, Berlin)

11:30 Uhr: Abschlussdiskussion (Kommentar und Moderation: Hans Kirchinger & Stefan Brakensiek)

12:30 Uhr: Mittagssnack

13:00-14:00 Uhr: Führung EGA-Gelände und/oder Blumenhaus, Fokus Transformationsgeschichte (Herr Lange)
 
Ende

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